Das Herz des Königs

Ich veröffentliche hier den Gastbeitrag einer erwachten Leserin, die ihre Gedanken zum Thema Organspende in einer Parabel verarbeitet hat. Vielen Dank an N.

Das Herz des Königs

Es war ein mal ein mächtiger König, der hatte mehr Reichtümer und Schätze als alle.

Dieser König wurde jedoch so wie alle Menschen alt und irgendwann auch krank. Er brauchte ein neues Herz, damit er weiterleben konnte.

Da er ein allmächtiger König war, ließ er unter seinen Fürsten im Land verkünden, dass der, der ihm ein Herz bringen würde, reich beschenkt würde. Die Fürsten des Landes überlegten nun, jeder für sich, wie sie an diese versprochenen Reichtümer kommen könnten, denn sie hatten nie genug und waren nicht zufrieden. So schickten sie Boten ins Land, die verkündeten, dass der, der bereit sei, seine Organe zu spenden, wenn er vorm Sterben wäre, zum Ehrenbürger der Stadt ernannt würde. Ehrenbürger zu sein war eine noble Sache, und so meldeten sich viele. Eines Tages, als es beim König ans Sterben ging, sein Herz versagte immer mehr, da sandte er an seine Fürsten die Nachricht, dass die Zeit dränge. Und so schickten sie wieder ihre Boten hinaus die verkündeten: Der, der einen Tropfen Blut geben würde in den Brunnen des Lebens, dem würde viel Ehre zuteil. Und da Ehre etwas sehr nobles war, kamen viele, und gaben einen Tropfen Blut, jeder in sein eigenes güldenes Becherchen, und ihnen allen wurde Ehre zuteil. Die Boten jedoch, und ihre Diener, sammelten die Becherchen ganz sorgfältig ein, und brachten sie zum Zauberer des Königs. Der Zauberer, Sanatas genannt, nahm die Becherchen mit dem Blut, jedes mit dem Namen des noblen Spenders versehen, und braute in seinen Zaubertöpfen aus jedem Blutstropfen ein Zaubergebräu. Eines von diesen kochenden Süppchen, eines von ihnen, das war anders als alle anderen. Es schimmerte ganz wunderbar blau und hatte einen herrlichen Glanz. Ja, dieser außergewöhnliche Tropfen Blut gebührte dem König, dem allmächtigen. Und das Herz des edlen Spenders, das natürlich auch.

Die Diener des Königs zogen nun aus, den zufinden, der das Herz für den König trug. Er war ein starker junger Bursche namens Sutsirch mit dem Herzen am rechten Fleck, aber auch einem klugen Köpfchen. Denn er hatte die Hexen im Wald belauscht und vom Sterben des Königs und den Plänen der Fürsten gehört.

So zog er aus, um sein Glück woanders zu suchen. Und wenn er nicht gestorben ist, dann war er am Ende doch noch schlauer als alle anderen und hatte aus seinen Fehlern gelernt.

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